KATZENJAMMER auf dem Bardentreffen 2010
Wenn sich selbst die Kollegen von Spreeblick.com derart überschlagen (und das bei einer Band, die nicht THE CLASH heißt), dann könnte tatsächlich etwas dran sein an dem vorzüglichen Ruf, der KATZENJAMMER vorauseilt.

Entsprechend groß war die Freude, die vier Norwegerinnen im Aufgebot des diesjährigen Bardentreffens zu erblicken …
Mit ANNE CLARK gab es zum Treffen-Finale vor einem Jahr ein echtes Glanzlicht. Doch auch KATZENJAMMER ziehen, so daß vor der Bühne auf der Insel Schütt mit Einbruch der Dunkelheit nur mehr schwer ein Durchkommen ist.
Es ist das zweite Mal, daß Turid Jørgensen, Marianne Sveen, Solveig Heilo und Anne Marit Bergheim Station in Nürnberg machen. Die Show im März habe im Löwensaal habe ich verpaßt, doch scheinbar hat man sich in jener Nacht viele Freunde in Franken gemacht. Vom ersten Ton an werden die Songs vor der Bühne lauthals mitgesungen, die einschlägigen Publikumsspielchen funktionieren wie im Schlaf.
Im Gepäck hat das Quartett aus Oslo, das sich mal eben nach einem Katzencartoon benannt hat, handgestrickte Popmusik – aber was für eine! Statt wie üblich auf Neuinterpretationen sattsam bekannter Stimmungshits zu setzen (was hier durchaus zu erwarten gewesen wäre), fahren die Kätzchen strikt ihr eigenes Ding. Bis auf „Land Of Confusion†und einer wilden Adaption von Ronja Räubertochter (BigD war dezent aus dem Häuschen) gibt es ausschließlich Liedgut aus eigener Feder.
Und hoppla: In dieser musikalischen Damen-WG herrscht Leben! Die Verbindungstüren zu Country und Folk, Blues und Balkan bleiben offen, wenn die vier Norwegerinnen in ihren luftigen Sommerkleidchen mit Gitarre und Piano, Akkordeon und Tompete, Banjo und Kontrabassbalalaika loslegen.
Ständig werden die Instrumente durchgetauscht, 28 sollen es alles in allem sein. Dazu vierstimmiger Gesang und eine Stimmung wie auf dem Jahrmarkt. Oder im Zirkuszelt. Auf der Kirmes? In einem Kammerspiel! Oder war’s am Ende doch eine Chanson-Bar auf Montmartre …
The B-52′s, die LENINGRAD COWBOYS, GOGOL BORDELLO, KAIZERS ORCHESTRA, TOM WAITS, DJANGO REINHARDT, die DIXIE CHICKS – alle müssen mit in dieser Nacht. Auf der Insel Schütt steigt die wildeste WG-Party der Stadt, und wir stehen auf der Gästeliste.
Keine Ahnung, ob diese vier Kätzchen die Welt retten werden, aber ehrlich gesagt ist mir das auch ziemlich schnurz. Live ist das sehr lustig – nicht so genial wie überall geschrieben, aber schon seeeeeeeeeeeeehr geschmeidig.

11 September 2010 um 16:26
Dezent aus dem Häuschen ist dezent übertrieben! ;-)