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ErotischerWaffenkalender2011

BEEHOOVER live im Kunstverein Nürnberg!

Nachdem mein alter Buddy Frank von Zosh! nicht müde wird, die Band über den Klee zu loben und ihre (noch) aktuelle Scheibe „The Sun Behind The Dustbin“ glatt zu seinem Album des Jahres 2007 gekürt hat, war ich angefixt. Und reservierte mir die Nacht des 5. März, um das Duo aus Esslingen live im ehrwürdigen Kunstverein anzuchecken.

BEEHOOVER live @ Kunstverein Nürnberg, 5. März 2008

Heavy Metal zu zweit, ohne Gitarren und auch noch im Sitzen? Und wie das hier zusammengeht! Ich muß ja gestehen, daß ich auf Tonträger noch nicht so recht warmgeworden bin mit den Kollegas – obwohl sich die „Dustbin“-Scheibe derzeit immer mal wieder bei mir im Auto dreht.

Aber – alte Hacke: Metal muß man live erleben. Am besten im kleinen Club, wo in Zeiten von VIP-Tickets und 3D-Konzertmitschnitten die letzten Abenteuer zu Hause sind. Und da ist der KV als Nürnbergs Antwort auf das C.B.G.B.’s natürlich allererste Wahl …

Und das Live-Erlebnis sorgt auch hier für klare Sicht: Schon beim ersten Song macht es klick, erschließt sich einem, was diese Buben da treiben. Veranstaltet von den unermüdlichen Doomkriegern Boris (VTS-M) und Sebastian (EARTH FLIGHT) im Rahmen ihrer rührigen „Doom over Nürnberg“-Konzertreihe rocken BEEHOOVER die Hütte – und wie!

Eigenständigkeit ist der zweite Vorname dieser fröhlich doomenden Käuze. Und ich darf nicht minder freudig postulieren, dass meine Ohren etwas derartiges wie diesen Sound noch nie zuvor vernommen haben. BEEHOOVER sind die unbestrittenen Könige in ihrem selbstkreierten musikalischen Paralleluniversum, fahren ihr ganz eigenes Ding, verstehen es, den Doom mitreißend zu zelebrieren und ganz nebenbei das Metal-Genre für sich völlig neu zu definieren.

Dieses einzigartige Alleinstellungsmerkmal findet seine Live-Umsetzung in einer äußerst kurzweiligen Show: Ein entfesselter Bass gibt die Richtung vor, wird durch eine ganze Batterie an Fußschaltern in ein geheimnisvoll blau leuchtendes Effektkästchen gejagt – mit dem Ergebnis, daß der omnipräsente Tieftöner ständig neu und anders klingt. Hinzu gesellt sich ein hyper-dynamisches Schlagzeug. Derart gesattelt, zischen Ingmar Petersen (Bass, Gesang, PRIMAL FEAR-Shirt) und Claus-Peter Hamisch (Schlagzeug, Gesang, NO MEANS NO-Shirt) pfeilgerade ab. Statt der befürchteten Hockernummer gerät der kurze, mit Sprüchlein vom Allerfeinsten garnierte Auftritt äußerst launig und energiegeladen. Mein lieber Schwabe!

Einziger Schwachpunkt bei BEEHOOVER bleibt imho der hohe, eigenwillige Gesang von Ingmar Petersen. Der Kerry King des sophisticated Doom Metal (ja naja) liegt mehr neben als auf der Spur, sein Gesangslinien suchen sich – um es mal positiv auszudrücken – so ihre ganz eigenen Mittel und Wege, um ans Ziel zu kommen. Allerdings fällt mir da auch keine Lösung für ein … weil das Bandgefüge im Doppelpack hier absolut stimmig ist und auch sonst alles paßt bei diesem Überraschungspaket.

Im Mai kommt die neue Scheibe „Heavy Z000“, mal sehen, ob es da gelungen ist, den Live-Sound auf Tonträger zu bannen. Der Reinschmecker [„Dance Like A Volcano“] lässt einiges vermuten.

BEEHOOVER banner

  
mood : doomed
music : DESPAIRATION - A Requiem In Winter´s Hue

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