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ErotischerWaffenkalender2011

CANDLEMASS: „Please let me die in SOLITUDE!“

CANDLEMASS - Tour 2007

Vier weiße Grabsteine auf der Bühne weisen den Weg. Die mächtigen CANDLEMASS laden zur Kerzenmesse in den Hirsch – in neuer, starker Besetzung: Statt dem lustigen Mönch Messiah Marcolin (der die Band mitten in den Aufnahmen zum neuen Langeisen „King Of The Grey Islands“ sitzen ließ – nicht zum ersten Mal btw) steht mit dem Yankee Robert Lowe ein neuer Mann am Mikro. Kein Unbekannter – veredelt der Gute doch seit den frühen 90er Jahren die Scheiben der famosen Texas-Doomer SOLITUDE AETURNUS.

Und tatsächlich: Was sich auf dem gelungenen neuen Studioalbum (und vor allem auf den drei leckeren Bonustracks der Vinyl-Edition) angekündigt hat, trifft auch live im gerade mal halb gefüllten Hirsch zu: Es wird wieder konzentriert und ernsthaftet gearbeitet im Hause CANDLEMASS. Kein Doom-Dance an der spannendsten Stelle, keine „Bangen Sie das fuckin’ Kopf, Mann!“-Hohlsprüche mitten in die Soli der Kollegen hinein. Keine Grimassenshow, wenn es gerade mal ein bißchen atmosphärisch zu werden droht. Mit allem Respekt für den Sänger Marcolin – als Bühnenclown vermisse ich ihn kein Stück.

20 years of CANDLEMASSEine bessere Wahl als Lowe hätten Edling und seine Mannen ohnehin nicht treffen können. So, wie der Mann mit dem schütteren Haupthaar das Schaffenswerk der Schweden neu interpretiert und sich dennoch nie in den Vordergrund singt, geht das schon alles recht schick zusammen. Hier hat man sich gesucht und gefunden.

Mikrokritik (an einem wunderbaren Abend voll in Moll gegossener Schwermut und Trauer): Ich würde mir in den Ansagen mehr wünschen als nur „Prost, Deutschland!“ und „Geht es Euch gut?“. Man könnte mal was erzählen … wer „Edgar Grey“ ist oder was es mit den besagten grauen Inseln auf sich hat. Geschichten, Mensch – Geschichten. Weil um die geht es doch. Oder von mir aus auch einfach nur die Band vorstellen. Dass das Bier im Hirsch toll schmeckt, weiß ich nämlich schon … (unter uns: In Franken gibt es trotzdem besseres, sogar aus der Flasche)

Die deutschen Horror-Metaller POWERWOLF im Vorprogramm waren das frühe Einchecken im Hirsch übrigens nicht wert. Solide Bühnenshow, sehr professionelle Optik … aber die Songs viel zu belanglos und nichtssagend. Statt gepflegter Schauerromantik kommt hier leider nur keyboardlastiger Trallala-Metal aus den Boxen – mit viel zu vielen Einspielungen von Band (Bass, Backings, Chöre).

Liest sich hier jetzt schlimmer als es war. Metal macht gerade wieder viel Spaß, insoweit …

setlist CANDLEMASS
(Dienstag, 4. September 2007 – Nürnberg, Hirsch)

Gothic Stone [Intro]
Well Of Souls
At The Gallows End
Solitude
Emperor Of The Void
Devil Seed
Mirror Mirror
Bells Of Acheron/Under The Oak
Of Stars & Smoke
A Sorcerer’s Pledge

Black Dwarf
Embracing The Styx

Samarithan

  
mood : doomed!
music : CANDLEMASS - Nightfall

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