… the ANVIL was forged in WÜRZBURG!!!
Kutte und Patronengurt aus dem Schrank gezogen und schnell zu Dom Will ins Auto geschlüpft, das uns fix (über den Umweg Erlangen, wo noch die DerbeSuppe zugestieg) gen Würzburg trug. Ins schöne Mainfranken lockte uns unverbrauchter Edelstahl aus der Schmiede der mächtigen ANVIL – der einzige Deutschland-Date der Kanadier auf der laufenden Gastspielreise durchs gute alte Europa.

Lips hat die 50 schon überschritten, gibt aber noch immer den alten Schlingel. Auch, wenn der Gute pünktlich zum Tourneeabschluss heiser und der Sound in den Katakomben unter dem Bechtolsheimer Hof mehr als mäßig ist, brennt mit der Eröffnungsnummer „March Of The Crabs“ die Luft.
Sie mögen zum Trio geschrumpft sein und nur noch eine Gitarre am Start haben – aber a) kenne ich keinen kanadischen Rock-Dreier, der es nicht bringt, und b) wächst eh kein Kraut mehr, wo Rob Rainer hinhaut. Statt wie (fast) alle Kollegen den Trigger auf zehn zu drehen, setzt der Hühne hinter den Kesseln auf erbarmungsloses Powerdrumming – und erinnert daran, dass in „Schlagzeuger“ das Wort „schlagen“ steckt (sonst wäre es ja ein Streichelzeuger - kleiner Kalauer am Rande).
Zumindest live haben ANVIL nichts verlernt: Zeitlos gut drücken olle Granaten wie „Metal On Metal“, „Forged In Fire“, „666“, „Mothra“, „Jackhammer“, „School Love“ und „Motormouth“ aus den Boxen und lassen die Köpflein der versammelten Bangerschar vor der Bühne eifrig auf- und niedergehen. Und als sich Lips zur Feier des Tages vor „Winged Assassins“ auch noch als „alter Hippie, der Krieg hasst und lieber mit allen Menschen dieser Welt entspannt einen rauchen würde“ outet, wäre ich ihm am liebsten um den Hals gefallen.
Dass Ulis Brille im Pit zu Bruch gegangen ist, weiß ich noch. Auch, dass ich mir noch Autogramme geholt habe. Den obligatorischen Döner danach habe ich nur noch am Rande, die Heimfahrt gar nicht mehr miterlebt. Eines der Bierchen im B-Hof muß schlecht gewesen sein, anders kann ich mir die üble Nacht auch nicht erklären. Dass ich die verräterischen Flecken auf meinen Schuhen erst am nächsten Tag in der Arbeit(!) bemerkt habe, paßt ins Gesamtbild.
Metal On Metal,
It’s The Only Way.
To Hell With Tomorrow,
Let’s Live For Today!
30 März 2008 um 21:21
Äh … hier noch die setlist nachgereicht:
ANVIL
1. September 2007 - Würzburg, B-Hof
March Of The Crabs
This Is Thirteen
666
School Love
Jackhammer
Flying Blind
Winged Assassins
Heat Sink
Computer Drone
Race Against Time
White Rhino
Forged In Fire
American Refugee
Metal On Metal
—
Motormount
Mothra
Quelle: http://www.powermetal.de/content/konzert/show-1241.html
27 April 2010 um 16:23
[…] Wir haben die Band auf besagter Tournee erlebt, die der Film ein Stück begleitet. Der B-Hof in Würzburg ist nur ein Jugendzentrum mit übersichtlicher Kellerbühne, aber in dieser Nacht platzte der Laden aus allen Nähten. Die Luft brannte, die Meute tobte, it was definitly a night to remember. In meiner Welt ist das mehr, als man vom Leben erwarten kann - zumindest, wenn man einen derart naiven, weltfernen und hoffnungslos-romantischen (und für sich genommen einfach nur großartigen) Sound wie ANVIL spielt. […]